Blitzgescheit kommen seine Choreografien daher. Typisch: die atemberaubend elastischen Gliedmaßen, die schlingernd, schlackernd und trudelnd den Raum strukturieren, und die in Spiralen verdrehten Oberkörper. Wayne McGregor, gerne zum "Superhirn" stilisiert, gilt als Superstar aus Großbritannien und fasziniert mit einer Mischung aus "Kreatürlichkeit und Künstlichkeit" (Evelyn Finger in Zeit Online).
Sein jüngster Wurf "Entity", übersetzt soviel wie "das Ding an sich", kam im April 2008 in London zur Uraufführung und entstand für fünf Tänzerinnen und fünf Tänzer. Der beeindruckend inszenierte Bühnenraum folgt geometrischen Prinzipien, die Choreografie wechselt zwischen virtuos getanztem Solo, Duett und Ensemble-Konstellationen und besitzt eine atemberaubende physische Präsenz und Intelligenz. Nach "Ataxia" (2004) und "Chroma" (2006) widmet sich McGregor in seiner jüngsten Arbeit erneut Forschungsgegenständen aus dem Reich der Wissenschaft. Ausgehend von der Frage, ob Bewegung intuitiv oder zielgerichtet ist, zog er Neurowissenschaftler aus Oxford und Cambridge hinzu, und begab sich auf die Erkundung des Phänomens Kreativität.
Begleitet durch die Streicher-Kompositionen von Joby Talbot und die Elektro-Sounds von Jon Hopkins entfaltet sich ein einstündiges Universum voller Intensität.
Das ist große Tanzkunst, ein Forsythe für die Briten. Arnd Wesemann, Süddeutschen Zeitung.