Ausgangspunkt des Solos von Fabien Prioville, ehemaliger Tänzer des Wuppertaler Tanztheater bei Pina Bausch und bei der kanadischen Kompanie La La La Human Steps, bildet die Recherche über einen jungen japanischen Amokläufer, der eine Gruppe von Menschen mit einem Messer tötete. Mit der Sogwirkung virtueller Welten in gewalttätigen Computerspielen wie "Grand Theft Auto" spielend, fragt Fabien Prioville nach dem Einfluss von Killervideos bis zu Allmachtsfantasien und Realitätsverlust. Gemeinsam mit dem Klang- und Medienkünstler Frank Schulte und dem Kölner VJ Uli Sigg lässt er suggestive Bilder von hoher Intensität entstehen, die uns - weit entfernt von moralischer und pädagogischer Bewertung - Perspektiven auf das Innere des Attentäters zu eröffnen scheinen.
"Jailbreak Mind" ist das erste abendfüllende Solo von Fabien Prioville, der nach seinem Tanzstudium u.a. mit Choreografen wie Josef Nadj oder Davis Freeman zusammenarbeitete. Die Inszenierung kam im September 2009 im tanzhaus nrw zur Uraufführung. "Jailbreak Mind" ist als eine von elf Produktionen zur Tanzplattform Deutschland 2010 vom 25. bis 28. Februar in Nürnberg eingeladen, dem bedeutendsten Forum des zeitgenössischen Tanzes aus Deutschland.
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